Von Hausaufgaben zu Schulaufgaben und individuellen Lernzeiten

Von Hausaufgaben zu Schulaufgaben und individuellen Lernzeiten

Hausaufgaben und Ganztagsschule – passt das zusammen?
Die Hausaufgabe hielt Einzug in die Schule, um „beigebrachte“ Stoffe zu vertiefen und deren Anwendung zu üben. Während einige Ganztagsschulen Hausaufgaben gegen individuelle Lernzeiten eintauschen, wird an anderen Schulen eine Betreuung bei den Hausaufgaben angeboten. Anderswo werden konkrete Förderangebote gemacht. Der Verzicht auf das heimische Arbeiten, würde zu mehr Chancengerechtigkeit und individueller Förderung führen, so das Credo vieler Experten. Viele Eltern freuen sich über die Entlastung, andere sehen in den Hausaufgaben eine Möglichkeit am Bildungsprozess des Kindes teilzuhaben.
Ein hochemotionales und intensiv diskutiertes Thema mit vielen Fragen:

  • Welche Bedeutung haben individuelle Lernzeiten oder Hausaufgaben für den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern?
  • Wie sehen erfolgreiche Hausaufgabenkonzepte aus?
  • Welche guten Beispiele gibt es für individuelle Lernzeiten?

Hausaufgaben an Ganztagsschulen?
Ganztagsschule und Hausaufgaben - ist das machbar? Wenn Schülerinnen und Schüler den ganzen Tag in der Schule verbringen, ist es für sie dann überhaupt noch zumutbar, zu Hause weiter zu lernen? Eine Begleitung und Betreuung bei Hausaufgaben innerhalb der Ganztagsschule entlastet Familien und trägt auch zu einer erhöhten Akzeptanz dieser Schulform bei. öffnen

Individuelle Lernzeiten als Freiräume an der Ganztagsschule
Das Geheimnis des Erfolgs der Evangelischen Schule Neuruppin, einer offenen Ganztagsschule, erschließt sich dem Besucher, wenn er sich den Stundenplan der Schülerinnen und Schüler genauer anschaut. Denn hier sind Lernzeiten fester Bestandteil der Woche. In der Lernzeit sollen die Kinder im Rahmen selbstständiger Arbeit das Lernen lernen. öffnen

Organisationsformel für Freiarbeit
„Lernen können die Kinder nur selbst.“ Aus diesem Grund wurde die „Lerntheke“ als grundlegendes Organisationsprinzip an der Ganztagsgrundschule Liebertwolkwitz eingeführt. Diese Methode veränderte nicht nur die Schulorganisation, sondern auch die Haltung der Lehrerinnen und Lehrer zu den Kindern. öffnen

Ganztagsschule mit Lernzeit 
Die Regionale Schule Am Burgwall auf der Insel Rügen zieht von jeder ihrer Unterrichtsstunden fünf Minuten ab. Die damit gesammelte Zeit wird in Form von „Lernzeit“ an die Schülerinnen und Schüler zurückgegeben. In Vorbereitung der Neugestaltung von Unterricht wurde in einem ersten Schritt der Blockunterricht eingeführt. Dieser dauert jetzt 80 statt 90 Minuten. öffnen
8.04.2013
© www.ganztaegig-lernen.de
 

Aus unserer Region
 
Selbstorganisierte Lernzeiten mit dem Wochenarbeitsplan an der Grundschule und Ganztagsgrundschule Wiedheck
 
Die Methode des Wochenarbeitsplans
 
Der Wochenarbeitsplan (WAP) öffnet den Unterricht aus dem reformpädagogischen Gedanken als Gegenentwurf zum lehrerzentrierten Frontalunterricht hin zum aktiven selbst erfahrenden individuellen Lernen. Die SchülerInnen bekommen in der Regel am Anfang einer Woche einen Plan mit Aufgaben und Lernzielen, die sie dann in den vorgesehenen Lernzeiten eigenständig organisiert erarbeiten können. Für die Lerngegenstände variieren die Sozialformen, wie Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit, da neben dem Wissenserwerb durch den Lernstoff das soziale Lernen ermöglicht werden soll. Die Ergebnisse der Aufgaben werden von den Schülern eigenständig überprüft, wobei Hilfestellungen durch die/ den LehrerIn und anderen SchülerInnen während der Bearbeitung eingeholt werden können. Die Lehrerin und der Lehrer stehen als Lernberater zur Verfügung und geben auf Anfrage Rückmeldungen bzw. reflektieren mit den Schülern über den selbst organisierten Lernprozess.
 
Praxisbeispiel: Der Wochenarbeitsplan (WAP) an der Ganztagsgrundschule Wiedheck in Brechbach-Fechingen
 
An der GS Wiedheck lernen die SchülerInnen nach dem WAP während der Lernzeiten im Ganztag. Die traditionellen Hausaufgaben, die nach der Schule zuhause bearbeitet werden, fallen weg. Die Aufgaben des WAP beinhalten Basisaufgaben und so genannte „Königsaufgaben“, die als zusätzliche Förderung gelöst werden können. SchülerInnen mit diagnostiziertem Förderbedarf bekommen für sie angepasste Aufgaben. Die Arbeit in der Lernzeit organisieren die Schüler/innen selbst. Hilfe und Rückmeldungen holen sie sich bei ihren Mitschülern, die als „Lernhelfer“ fungieren. Die Lehrkraft steht als Lernberater/ in während der Lernzeit für Fragen zur Verfügung und prüft am Ende die Richtigkeit der Lösungen. Ebenso wird mit den Schülern über die Selbsteinschätzung des Lernprozesses reflektiert. Die SchülerInnen lernen über Reflektionsinstrumente den Lernprozess im selbstorganisierten Lernen einzuschätzen und die Eltern können l den gesamten Lernprozess in der WAP-Mappe verfolgen. Diese Mappe ist das zentrale Austauschmedium in der Schüler-Lehrer-Eltern Kommunikation. Die Lernform der „Hausaufgaben“ wird ergänzend in der vierten Klasse von Donnerstag auf Montag geübt, um auf den Wechsel an die weiterführenden Schulen mit unterschiedlichen Lernangeboten vorzubreiten.
 
Hier gelangen Sie zur Schulhomepage der Wiedheckschule.